Besuch im Sägewerk Kodersdorf und bei Kronospan in Lampertswalde
In Kodersdorf bei Görlitz steht ein Sägewerk, welches Tischlerlehrlinge des ersten und des dritten Lehrjahres am 27. Februar 2026 mit fast allen Holzlehrern besucht haben. Die gemeinsame Busfahrt ging über einen Zwischenstopp im Faserplattenwerk der Firma Kronospan in Lampertswalde bei Großenhain zur Firma HS - Timber Prodctions nach Kodersdorf bei Görlitz.

Bei Kronospan wurde uns in einem Rundgang die Dimensionen der Faserplattenherstellung aufgezeigt und die nachfolgende Veredlung zu Laminat. Echt viel Chemie und Papier und Kunstharze im Zusammenspiel mit sehr viel Holzfasern sowie sehr viel Technik sind notwendig um strapazierfähiges Laminat zu erzeugen. Auch hier wird sehr viel Holz zerspant und insbesondere im Sägewerk nicht verwendbare Qualitäten werden einer Nutzung zugeführt. Das hilft dem Holzkreislauf vom Wald über Sägewerke und Holzwerkstoffplattenhersteller bis hin zum Tischler und Kunden. Die Dimensionen und Mengen die hier zu formschönen Laminat verarbeitet werden sind schon sehr beindruckend.
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Holzlager, Faserplattenherstellung und Rohplattenlager bei Kronospan in Lampertswalde
Auf gings von Lamperstwalde bei Großenhain nach Kodersdorf nahe Görlitz. Hier stärkten wir uns in der Firmenkantine mit einem leckeren Mittagessen und waren somit bereit für eine sehr ausführliche und fachlich fundierte Führung durch das Unternehmen. Das Wissen um alle Prozesse im Werk und das Produkt hat uns sehr viel gegeben.

ein Teil des Rundholzplatzes bei HS Timber Productions in Kodersdorf
Die Ausmaße der Werkes Kodersdorf der HS Timber Services GmbH sahen wir vom Dach des Heizkraftwerks (Wärme und Strom kommen hier komplett von eigenen Spänen und Rinde): 30´000 Festmeter Rundholz sortiert nach Durchmesser auf Poltern, das „Rohholz“ für eineinhalb Wochen Produktion. Die Anlieferungen kommen regional im Umkreis von 120 km (Sachsen, Brandenburg, Polen) und max. 200 km aus Tschechien.

hier gibt es sehr viel zu beachten und zu steuern - der "Sägeführer" am Hauptaggregat
Am beeindruckendsten war das eigentliche Sägewerk, welches 1000 Festmeter Rundholz in 6 Stunden zu 10 Brettsorten verschiedenen Querschnitts verarbeitet. Währenddessen werden die Werkzeuge für die nächsten 1000 Festmeter geschärft und gerüstet, der Werkzeugwechsel dauert 10 … 20 Minuten. Die Bretter sortiert im Durchlauf eine Anlage auf Stapel für die Trockenhallen und die Späne in Bunker. Diese werden auch getrocknet und danach entweder verkauft nach Lampertswalde oder als Pellets in Säcken an den Handel oder sie kommen in die Verbrennung, wobei auch Strom für das regionale Energienetz entsteht.
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hier wird das Hauptprodukt und die Seitenware gesägt und gefräst - und das mit 70m/min Vorschub an diesem Tag
Spezielles getrocknetes Holz (nach zwei bis fünf Tagen) kann dann im Hobelwerk zur „Hobelware“ werden. Und ganz spezielles Holz wird durch ´ne „Zaubermaschine“ automatisch qualitativ sortiert und gedreht und anschließend zu Balken verleimt. Das ist Bauholz für japanische Holzhäuser. Es hat sogar ein eigenes Qualitätslabel und wird jährlich durch "original" japanische Ministerialbeamte geprüft.

auf dem Weg vom Hauptsägeaggregat zur Sortierung und Weiterverarbeitung
Noch ein paar Zahlen: 60% der Stämme werden zu Nutzholz und deutlich über 90% werden insgesamt verwertet. Also: die Bauindustrie und das Handwerk freuen sich über Werkholz aus Fichte und Kiefer, Lampertswalde freut sich, der Stromkunde in der Region freut sich und selbstverständlich kommt aus dem Forst nur das, was nachwächst. Als Reaktion auf veränderte Gegebenheiten werden seit geraumer Zeit Holzpellets zum Heizen aus Reststoffen hergestellt. So passt sich das Unternehmen dem Markt und den gesamten Entwicklungen an.
Dieses Unternehmen HS - Timber Prodctions am Standort Kodersdorf ist ein schönes Beispiel für Modernität, Effizienz und Nachhaltigkeit.
Wir haben viel gelernt und danken den beiden Unternehmen, dass Sie uns einen so tiefen Einblick in ihre Produktion gewährt haben.
Uwe Krabs
Fachleiter
Unterricht am anderen Ort in Sachsens Hauptstadt

Am 19.12.2025 fuhren wir, die Fri24a, nach Dresden, um die Semperoper als außerschulischen Unterrrichtsort zu besuchen.
Nachdem unsere Klasse in zwei Gruppen geteilt wurde, erhielten wir Einblicke in den technischen Bereich der geschichtsträchtigen Semperoper, welche im 19. Jahrhundert erbaut und 1985 rekonstruiert wurde.
Dabei durften wir sowohl hinter und unter die Bühne schauen, als auch in den Zuschauerraum, welcher sehr beeindruckend ist.
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Für uns, als angehende Friseure, war natürlich der Blick in die Maskenbildnerei das Highlight. Wir durften den anwesenden Maskenbildnern über die Schultern schauen und haben viele Details über die Arbeit eines Maskenbildners erfahren.
Die Chefmaskenbildnerin Heike beantwortete unsere Fragen geduldig und ausführlich, wodurch wir viel über die Herstellung von Masken und Perücken derzeitiger und ehemaliger Vorstellungen erfahren konnten. Darüber hinaus sprachen wir mit einer Auszubildenden im dritten Lehrjahr über die Prüfungen, welche auf dem Weg zum Maskenbildner zu absolvieren sind.

Ein gemeinsames Mittagessen in der Kantine der Semperoper sowie ein Besuch auf dem Dresdner Striezelmarkt bildeten einen gelungenen Abschluss des Tages.
Altenberg Skeleton Weltcup 16.01.2026

Ein sportliches Erlebnis für alle Azubis der Fachrichtung Kurier- Express und
Postdienstleistungen. Am 16.01.2026 ging es 6.30 Uhr gemeinsam mit dem 1. Und 2.
Lehrjahr vom Bahnhof Leipzig mit dem Bus in Richtung Altenberg zum Skeleton Weltcup.
Der Wetterbericht kündigte nicht zu kalte Temperaturen und Sonnenschein an. Perfektes
Wetter also. Kurz nach 9.00 Uhr waren alle Schüler in Altenberg angekommen und
durften endlich rein und sich die gesamte Bobbahn von oben bis unten ansehen
(Höhenunterschied 122m). Die Schüler teilten sich automatisch in mehrere kleinere
Gruppen auf und erkundeten die Bahn und die Angebote rund um die Bahn. Für das
leibliche Wohl war natürlich auch gesorgt und es gab für alle noch einen Gutschein für
einen Kinderpunsch. (zum Aufwärmen)
Aus der Sicht von Selina einem echten Skeleton-Fan aus dem 2. Lehrjahr hört sich dies
dann so an:
„…. Allein der Eiskanal, ein bauliches Meisterwerk in einem der schönsten Panoramen,
die man sich vorstellen kann. Jeder Millimeter der Bobbahn ist mehr als nur sehenswert,
das Eis funkelt nur so auf der Bahn und wenn ein Skeletoni dann darauf direkt neben dir
den Eiskanal runtergeschossen kommt, hat man einen totalen Adrenalinrausch... Ein
unbeschreibliches Gefühl, was ich nie vergessen werde. So ein Skeletonschlitten baut
Geschwindigkeiten von bis zu 140 km/h auf. Selbst wenn man kein Wintersportfan ist
und keine Erwartungen an diesen Tag bzw. den Eiskanal hatte, werden die Erwartungen
mehr als übertroffen. Es ist ein pures Erlebnis und jeder sollte sich so etwas mal
ansehen. Selbst wenn man kein Sport mag, die Stimmung ist faszinierend, motivierend
und reißt einen einfach mit. Ein wahrer Adrenalinrausch “….
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Die Stimmung im Ziel war wirklich mitreißend und wurde am Ende auch noch mit einem
deutschen Doppelsieg bei den Frauen belohnt. Das Starterfeld war international bunt
gemischt und die Schüler konnten nicht nur sportliche Erfahrungen sammeln, sondern
ihre Fremdsprachenkenntnisse anwenden und den ein oder anderen Kontakt zwischen
dem 1. und 2. Lehrjahr knüpfen.

Ein wunderschöner teambildender Tag in einer tollen Landschaft verknüpft mit der
Möglichkeit eine Sportart kennenzulernen, mit der die meisten Azubis bis dahin eher
weniger Kontakt hatten.
Seline Gebhardt (KEP24) und Frau Pechfelder

Lehrerbetriebspraktika als Schlüssel für starke Auszubildende und engagierte Unternehmen
Praxisnähe ist ein zentraler Erfolgsfaktor in der beruflichen Bildung. Durch regelmäßige Lehrerbetriebspraktika in Form von Hospitationen und Mitfahrten im realen Eisenbahnbetrieb bleiben unsere Lehrkräfte fachlich auf dem aktuellen Stand. Diese Erfahrungen kommen unmittelbar den Auszubildenden zugute und stärken zugleich die enge Zusammenarbeit mit den ausbildenden Verkehrsunternehmen.

Lokführer für einen Tag (Herr Strauß)
„Im November 2025 konnten wir mit Unterstützung der Länderbahn eine Führerstandsmitfahrt von Zwickau bis Zwotental unternehmen – diesmal nicht „nur“ in der Rolle des Lehrers, sondern als neugieriger Fahrgast im Führerstand. Ja, auch Lehrkräfte bleiben nah am Ball.
Die Fahrt mit dem Triebfahrzeugführer war äußerst anschaulich und informativ. Laufend wurden Signale, betriebliche Abläufe sowie streckenspezifische Besonderheiten erläutert. Dadurch ergab sich ein sehr guter Einblick in die tägliche Arbeit eines Triebfahrzeugführers.
Auch die landschaftlichen Eindrücke waren beeindruckend: Während in Zwickau noch kein Schnee lag, waren in Zwotental bereits rund zehn Zentimeter zu sehen. In Kraslice erfolgte der Wechsel zu einem tschechischen Triebfahrzeugführer; anschließend ging es auf derselben Strecke wieder zurück nach Zwickau.
Als ergänzender Programmpunkt konnte nach kurzer Absprache eine Weiterfahrt mit demselben Triebwagen bis ins Zentrum von Zwickau erfolgen, wo dieser im Straßenbahnverkehr eingesetzt wird. Die Mitfahrt war fachlich wie persönlich sehr gewinnbringend und bereitete nebenbei auch große Freude.
Insgesamt stellte diese Erfahrung eine wertvolle Ergänzung zum praktischen Verständnis des Eisenbahnbetriebs dar. Darüber hinaus verdeutlichte sie eindrucksvoll die hohe Bedeutung von Lehrerbetriebspraktika für die Qualität der beruflichen Ausbildung. Nur durch regelmäßige, praxisnahe Einblicke in den realen Eisenbahnbetrieb können Lehrkräfte ihr Fachwissen aktuell halten und die Ausbildungsinhalte realitätsnah an die Anforderungen des Berufsalltags anpassen. Dies kommt insbesondere der Ausbildung der angehenden Eisenbahner/in im Betriebsdienst – Fachrichtungen Zugverkehrssteuerung sowie Lokführer/in und Transport – zugute.“
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Besuch im Stellwerk Leipzig-Schönefeld (Herr Strauß)
„Ebenfalls im November 2025 haben wir das mechanische Stellwerk Leipzig-Schönefeld besucht. Während des Aufenthalts konnten die grundlegenden Aufgaben und Arbeitsabläufe eines Fahrdienstleiters in einem mechanischen Stellwerk nachvollzogen werden. Besonders anschaulich war die Bedienung der Hebelwerke sowie der Weichen und Signale, ebenso wie die enge Verzahnung von Technik, betrieblichen Abläufen und betrieblicher Verantwortung.
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Als besondere Betriebssituation war die Sperrung eines Gleisabschnitts und die Durchführung von Sperrfahrten im Zusammenhang mit einer Baustelle vorgesehen. Hierfür musste eine gültige Betra (Betriebs- und Bauanweisung) beachtet werden, die die besonderen Regelungen und Einschränkungen für den betroffenen Streckenabschnitt festlegte. Im weiteren Tagesverlauf war zudem das Schreiben eines Befehls erforderlich, um notwendige Anweisungen formal korrekt an das Triebfahrzeugpersonal zu übermitteln.
Der Besuch vermittelte einen praxisnahen Eindruck von der Arbeit im mechanischen Stellwerk und verdeutlichte die Bedeutung einer sicheren und regelkonformen Abwicklung von Zug- und Rangierfahrten. Insgesamt stellte die Exkursion eine hilfreiche Ergänzung zum Verständnis der betrieblichen Grundlagen im Eisenbahnwesen dar. Sie zeigte zugleich, wie wichtig es ist, dass Lehrkräfte regelmäßig an Lehrerbetriebspraktika teilnehmen, um betriebliche Abläufe, Sicherheitsanforderungen und Verantwortlichkeiten aus erster Hand zu erleben. Diese Erfahrungen fließen unmittelbar in den Unterricht ein und tragen maßgeblich dazu bei, die künftigen Fahrdienstleiter/innen und Lokführer/innen fundiert, praxisnah und sicherheitsbewusst auf ihre spätere Tätigkeit vorzubereiten.“
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Ergänzend zu den beschriebenen Exkursionen fanden weitere Lehrerbetriebspraktika und fächerübergreifende Fortbildungen statt. Dazu zählten Praktika in der Betriebszentrale Leipzig (Elektronisches Stellwerk) und Stellwerken mit Alttechnik (DB InfraGO) sowie Führerstandsmitfahrten von Kolleginnen und Kollegen im Personen- und Güterverkehr. Diese erfolgten unter anderem auf Strecken der Länderbahn (Dresden–Görlitz), der ITL Eisenbahngesellschaft (Straßgräbchen–Hosena) sowie bei DB Regio (Halle–Magdeburg). Darüber hinaus wurde zwei Klassen die Erkundung des Güterbahnhofs Halle inkl. Ablaufbetrieb vor Ort durch den Leiter Betriebsbezirk Halle, Herrn Kaschta ermöglicht. Auch diese Erfahrungen trugen wesentlich dazu bei, betriebliche Abläufe, Schnittstellen und Besonderheiten verschiedener Verkehrsunternehmen besser zu verstehen und in den Unterricht einfließen zu lassen. Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Schule und Praxis stellt einen wesentlichen Baustein für eine qualitativ hochwertige Ausbildung im Eisenbahnwesen dar und leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherung von Fachkräften im System Bahn.
Als Fachbereich für Eisenbahnberufe machen wir es uns zur Aufgabe Praxis und Theorie weiter miteinander zu verzahnen und bedanken uns ausdrücklich bei allen beteiligten Eisenbahnverkehrsunternehmen und Eisenbahninfrastrukturunternehmen, die uns diesen fachlichen Input regelmäßig ermöglichen und die die berufliche Bildung damit kontinuierlich unterstützen.
M. Ihle
Fachleiterin Eisenbahnberufe







